Oder: Wie geht man mit den Bürgern um?

Anno 2016: Bürger begehren im Breisiger Oberdorf gegen eine neue Verkehrsregelung auf. Was für ein Skandal!

Hintergrund: Nach Beschwerde eines Anliegers, dessen Grundstück beim Begegnungsverkehr leicht tangiert wird, sehen sich Stadtoberhaupt und Ordnungsamt verpflichtet, Abhilfe zu schaffen. Motto: Wo eine Straßenbreite für Begegnungsverkehr nicht ausreicht, darf er auch nicht stattfinden. Nur eine Einbahnregelung kann diesen schon seit Menschengedenken vorhandenen größten städtischen “Unfallschwerpunkt“ für alle Zeiten beseitigen.

Seitdem fahren Anwohner sowie parkplatznutzende Friedhofs- oder Kirchenbesucher, statt wie zuvor von der Wallersstr. aus durch die Straße Im Brinken, nun jeweils artig hunderte Meter Umweg – natürlich nur umweltschonend mit Sparspritverbrauch.

Doch obwohl diese Regelung amtlich verordnet ist, wagen sich viele frühere Straßennutzer gegen die heutige Einbahnrichtung doch tatsächlich, dagegen aufzubegehren. Unglaublich!

Dann: Nach Monaten scheint ein erster Lichtblick erkennbar. Stadtoberhaupt und Ordnungsamt sagen nach entsprechendem Protest öffentlich eine Prüfung durch Experten zu. Diese sehen sich am 23. des Monats August anno 2017 die Örtlichkeit an und kommen wider Erwarten zu dem Ergebnis, dass auch eine andere Lösung bei Verzicht auf eine Einbahnregelung möglich ist. Alle Anwesenden – sogar die aufmüpfigen Bürger – sehen darin die Lösung – bis auf Stadtoberhaupt und Ordnungsamt. Gegen eine schnelle Umsetzung spricht nichts.

Nun warten allerdings alle – bis auf Stadtoberhaupt und Ordnungsamt – schon fast 3 Monate auf das “Anlieger-frei-Durchfahrtsverbots-Schild“ an dieser Stelle, um einen noch größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können. Doch: Immer neue Ausreden und Hinhaltetaktiken werden von Stadtoberhaupt und Ordnungsamt aus dem Hut gezaubert. Gründe unbekannt.

Wie zudem aus dem Ordnungsamt zu hören ist, soll dort geprüft werden, ob nicht alle Gassen im Oberdorf, in denen kein Gegenverkehr möglich ist, zu Einbahnstraßen erklärt werden sollen. Diskutiert werden angeblich nur noch die jeweiligen Fahrtrichtungen.